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Winterurlaub in Stuben am Arlberg

Da ja das ganze Leben nicht nur aus Angeln bestehen kann und erfahrungsgemäß für uns "Flachlandtiroler" die Wintermonate eher mal zum Ausspannen, Skifahren und zum Pflegen der Homepages einladen, haben wir den milden Winter genutzt und uns auf den weiten Weg in die Alpenrepublik Österreich gemacht.
Schon zum dritten mal sollte es nach Stuben gehen, einem kleinen und ruhigen Ort am Arlberg, in dem man im Gegensatz zu St. Anton ( Ski -WM 2001 ! ), Zürs oder Lech wirklich seine Ruhe findet. Die ca. 100 Einwohner des etwa 1400 m hoch gelegenen Dorfes sind zum größten Teil in der Tourismusbranche tätig, es gibt einen Dorf - und einen Skiladen, eine Bank, diverse Restaurants, jede Menge Gästebetten und natürlich Skilifte.
Stuben im Winter. So, jetzt aber der Reihe nach.
Im Gegensatz zu einer Reise nach Norwegen, ist die Vorbereitung auf einen Winterurlaub ziemlich langweilig. Die Skier stehen eh` schon das ganze Jahr eingepackt im Keller - Bis auf dieses mal, da waren wir ja in Norwegen zum Gletscher - Ski - Fahren :o( - und die Stapel von Ski - Rollies, - hosen und - jacken braucht man ja nur noch in die Reisetaschen umzupacken. Da wir nicht zur High Society gehören, die sich in Lech und Oberlech tummelt, konnten Abendkleider und Anzüge wie immer zu Hause bleiben. Die Frage war bloß, passen unsere 4 Paar Skier in und nicht auf das Auto. Und die zweite Frage, wie wird das Wetter auf der Fahrt in den Süden, die 800 km können bei Schnee und Eis nämlich irre lang werden. Kein Problem, dachten wir, der Winter war dieses Jahr sowieso keiner.

Freitag 17. März 2000.

3:30 Uhr, Weckerklingeln, ein Blick aus dem Fenster und ... es liegt Schnee, na großartig. Wenigstens die Temperaturen bewegen sich nur um den Gefrierpunkt, so daß die Straßen halbwegs frei sind. 5:00 Uhr Abfahrt, die Skier passen rein, die Stadt ist auch noch nicht so richtig auf den Beinen, wir kommen gut raus. Der Schnee ist inzwischen in Regen übergegangen, der läßt uns aber bis nach Österreich einfach nicht los. Die Fahrt gestaltet sich sonst relativ unspektakulär, ein Zwischenstop in Herzogenaurach ( Nähe Nürnberg ) beim Adidas - Werksverkauf macht unsere Urlaubskasse etwas kleiner, bringt aber die müden Knochen wieder etwas in Fahrt. Weiter geht es über die A6 Richtung Heilbronn, die A7 Richtung Kempten, Lindau, Bregenz gen Arlberg. Hinter dem Amberg - Tunnel wird aus dem Regen Schnee und als wir die Autobahn Richtung Arlbergpaß verlassen und aus dem Tunnel herauskommen, der kurz vor Stuben endet, sehen wir uns einer herrlichen Winterlandschaft gegenüber. Schnee im wahrsten Sinne des Wortes meterhoch. Wir halten bei Strolz am Ortseingang an und geben unsere neuen "Carver" zur Einstellung ab.
Von der Außenwelt abgeschnitten. Stuben ist ein autofreier Ort, ich fahre also zu unserer Pension über die Landstraße und das hätte ich lieber nicht tun sollen. Wir mußten wieder in den Ort rein und dort eine ziemlich enge Kurve zum Haus den Berg hoch fahren. Auf der Dorfstraße war dann unser Glück zu Ende, wir standen quer, es ging nicht mehr vor und zurück. 50 m bis zum Haus, es schneit wie verrückt und ich komme den Berg nicht rauf. Was bleibt wohl in dieser Situation ? Schneeketten ran und 20 min später und völlig durchnäßt erreichen wir dann endlich die Pension "Chesa Lavadina" von Eva und Roland Walch, die sich schon richtig Sorgen um uns machten. Am Abend sollte nämlich die Straße gesperrt werden, es war für die Nacht fast einen Meter Neuschnee angesagt. Nun, egal. Wir waren da, einige Gäste hatten sich schon aus dem Staub gemacht, der Rest wollte dann am Samstag abreisen, sollte aber enttäuscht werden.

Eva und Roland Walch, die Inhaber der Pension, sind gastfreundlich, wie wir es selten in Österreich erlebt haben, der Grund für uns, auch schon für das Jahr 2001 zu buchen. Die Zimmer sind sehr schön eingerichtet, Chesa Lavadina. das Frühstück reichlich und abwechslungsreich und bei der im Preis inbegriffenen "Jause" am Nachmittag lernt man die anderen Gäste relativ schnell kennen. Roland ist Skiführer bei der Skischule Stuben und gern bereit, den ein oder anderen Tip für das Skifahren zu geben. Eva kümmert sich bis spät in die Nacht hinein persönlich um die Wünsche ihrer Gäste und ist auch wieder zum Frühstück um das Wohl ihrer Gäste besorgt. Sollte einmal irgend etwas fehlen, was in Stuben nicht zu besorgen ist, kein Problem bei der nächsten Einkaufsfahrt wird es besorgt. Das nenne ich Gastfreundschaft, hier ist wirklich der Kunde ( in diesem Fall natürlich der Gast ) König.

Samstag, 18. März 2000.

Wir schlafen erst einmal aus, sind die letzten beim Frühstück und können mit Eva in aller Ruhe die Neuigkeiten des vergangenen Jahres austauschen. Wir haben nämlich viel Zeit, es schneit immer noch, unser Auto ist bereits über Nacht in einem riesigen Schneehaufen verschwunden, es geht kein Lift und die Straße ist dicht. War er da wieder, ein erster Ansatz zum "bewährten" Katastrophenurlaub ? Es kommen so Erinnerungen an 1999 auf, bei dem Österreich von einigen schweren Lawinen heimgesucht wurde. Schnee, Schnee, Schnee, ... Der Tag war trotzdem relativ schnell zu Ende. Vormittags machten wir jede Menge Fotos und am Nachmittag versammelte sich das ganze Dorf am Parkplatz und schaute der riesigen Schneefräse zu, die die verschneiten Autos in einer Präzision ausgrub, das einem schon Angst und Bange werden konnte. Der Rest versuchte mit Schaufel und Besen sein Auto in den Schneemassen zu finden. Unser Auto kam nur mit einem Antennenschaden davon, welche den relativ feuchten und schweren Schnee nicht ausgehalten hatte, ein anderes büßte schon eine Seitenscheibe ein, die von der Schneefräse mit Schnee - und Eisstücken bombardiert wurde.

Sonntag, 19. März 2000.

Der erste Lift und die Straße ist wieder offen. Wir fahren den ganzen Tag die Albona, dem Stub`ner Hausberg, rauf und runter, es schneit nicht mehr ganz so doll und wir haben Platz auf den Pisten, da sich die An - und Abreise um einen Tag verschoben hat. Die Sicht ist nicht besonders gut, aber für den ersten Ski - Tag ist langsam fahren sowieso die bessere Entscheidung.

Montag, 20. März 2000.

Wir verlassen das Haus und sind überwältigt, blauer Himmel, tief verschneite Berge und alle Lifte sind geöffnet. Jetzt hält uns nichts mehr, wir wollen nach St. Anton ( zu erreichen über die Valfagehrbahn ), werden aber enttäuscht, die Überfahrt ist wegen Lawinengefahr immer noch gesperrt. Zu recht, um uns herum werden Lawinen in sicherer Entfernung gesprengt, einige gehen auch durch die Erschütterungen von allein ab. Blauer Himmel, herrlicher Schnee. Ich höre zum ersten mal das Donnern einer Lawine, das ist schon ein eigenartiges Gefühl und ich kann es überhaupt nicht verstehen, daß trotz dieser Gefahren immer wieder Skifahrer ins freie Gelände müssen.
Wir fahren die Valfagehr ein paar mal und setzen uns dann in den kostenlosen Ski - Bus, um in Lech ein paar Runden zu drehen.

Montag, 20. März 2000 - Samstag, 25. März 2000.

Die Woche ist schnell erzählt. Das Wetter war Spitze, jeden Tag Sonne, Sonnenbrand trotz Lichtschutzfaktor 15. Die besten Pisten waren die Nordhänge der Albona in Stuben, die schönsten Pisten die Abfahrten vom Rüfikopf in Lech bis hinunter nach Zürs und dann dort auf der anderen Seite hinauf zum Zürser See / Sonnenkopf und wieder runter. St.Anton und das Skigebiet in Lech waren trotz der Schneemassen nicht mehr so gut zu befahren, da die Sonne doch mächtig einheizte.

Ein besonderes Highlight unseres Urlaubs war ein Abend in Klösterle. Annemarie und Kurt Berthold aus Wald / a.A. bieten sportlichen Urlaubern, und das sind wir Skifahrer ja nun mal, die Möglichkeit, einen Hundeschlitten mit zwei Sibirien - Huskies selbst zu lenken. Hundeschlittenfahrt, ein unvergeßliches Erlebnis. Huskies mögen auch Katzenfutter. Es geht auf eine ca. 6 km lange Strecke am Ufer der "Alfenz" entlang. Ich kann nur sagen, ein unvergeßliches Erlebnis, fast wie im Film, denn die Hunde müssen auf dem Rückweg einen Höhenunterschied von 200 m überwinden. Da muß man schon mal ein wenig mithelfen. Von Kurt kann man während dieser Fahrt sehr viel über das Hundeschlittenfahren erfahren. Nach der Fahrt gibt es dann einen Whisky und eine Urkunde, daß man in die Gilde der "Musher" aufgenommen wurde. Die Fahrt kostet ungefähr 400,- ATS pro Person, die Einnahmen werden fast ausschließlich für die Versorgung der Hunde benötigt und sind deshalb allemal berechtigt.
Alles in allem war es wieder ein sehr schöner Urlaub, die Katastrophe, die eine hätte werden können, wurde keine. Wir haben uns gut erholt und wollen dieses Jahr die Berge auch mal im Sommer besuchen.
Ein Angler in den Bergen ? Ja, man kann dort angeln, nur bleiben die Pilk - und Brandungsruten zu hause, die Spinn - und Flugruten kommen dann ins Auto. Man muß ja auch mal kleinere Brötchen ( Fische ) backen können. Ein Reisebericht über das Forellenangeln ist vielleicht auch ganz abwechslungsreich.

© 2000 by AnglerKarsten
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