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Autor: Karsten Räth
Datum: 24. November 2000

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Jeder wird sich wohl fragen, ob ich nicht mehr alle beieinander habe, ich, der die Angeln in keinem Urlaub zu Hause läßt und in diesen Tagen selten mehr als 2 km vom Meer entfernt ist. Doch, ich habe sie noch alle, denn die Angeln blieben natürlich nicht daheim, nur wurden die Meeresruten gegen leichte Spinn - und Flugruten getauscht. Wir wollten einfach auch mal was für unsere Gesundheit tun, nämlich frische Bergluft schnuppern und wandern.

Das Objekt der Begierde in diesem Urlaub. Und außerdem wollten wir Eva und Roland in Stuben am Arlberg in ihrem "Chesa Lavadina" auch mal im wunderschönen Herbst besuchen. Wir kannten diesen Ort ja immer nur bei meterhohem Schnee und eisigen Temperaturen. Und so taten wir es dann auch, setzten uns ins Auto und 9 Stunden später waren wir wieder dort, wo wir ein halbes Jahr zuvor noch mit Skiern die Berge herunterrutschten.

Wir hatten richtig gewählt, vom Trubel im Winter keine Spur, die meisten Hotels und Pensionen waren nur spärlich gefüllt, eine himmlische Ruhe überzog die Gegend und ich schielte schon mit einem Auge auf die "Alfenz", der Fluß, an dem wir im Winter noch mit Huskies und einem Schlitten entlangfuhren. Ich muß ja zugeben, das Angeln rückte für mich schon etwas in den Hintergrund, als ich mich nach den Preisen für das Angeln in den hiesigen Gewässern erkundigte. Spitzenreiter war der "Lech" in Lech am Arlberg, übrigens auch der einzige Ort, an dem auch im Sommer der Bär tanzt, den Preis für eine Tageskarte traut man sich gar nicht aufzuschreiben, er kann im Sommer hier nachgelesen werden.

So beschränkten wir uns auf das Angen in einem traumhaft angelegten Forellenteich, der vom Lech gespeist wird, und einem Ausflug an den "Spullersee". Kein Vergleich mit den Fischteichen in Dänemark. Es gibt ja böse Zungen, die reden immer vom "Bordell ala Forell", für mich und einige andere Touristen war es einfach nur ein toller Tag bei herrlichem Wetter und einem Panorama, das schon fast ein wenig kitschig aussah. Und für alle, die es interessiert ein paar Fakten zu den

"Fischteichen Lech":

	Ort: 			Zug am Arlberg, zu erreichen über Lech
	Öffnungszeiten: 	Montags 		09:00 Uhr - 18:00 Uhr
				Dienstags - Sonntags 	09:00 Uhr - 24:00 Uhr
	Preise:			Pro Kilo Forelle ATS 150,-
	Zubereitung:		Selbstgefangener Fisch geräuchert oder
                                gebraten ATS 40,-
	Leihgerät:		Angelrute ATS 25,-, Angelhaken ATS 5,-
	Hinweise:		- Bei Einbruch der Dunkelheit muß mit dem
                                  Fischen aufgehört werden.
				- Es dürfen keine Fische zurückgesetzt werden.
				- Es sind alle Köder, auch eigenes
                                  Angelzeug, erlaubt.
	Angebote:		Sonderpreise für Gruppen und Reisebusse
                                ab 20 Personen.
	
Wir haben uns 4 Forellen gefangen, 2 davon gleich dort verspeist und die anderen geräuchert eingepackt. Topköder an diesem Tag war eine gelb / orangene Goldkopfnymphe und ein "Mepps Black Fury" der Größe 00.

Wandern

Gewandert sind wir natürlich auch, Roland Walch, im Winter Ski - und im Sommer Wanderführer verschaffte uns das erste Mal die Gelegenheit, sich in ein Gipfelbuch einzutragen, literweise Wasser auszuschwitzen und Menschen kennenzulernen, die das Leben auch mal so ganz von der lockeren Seite nehmen. Endlich auf dem "Hohen Frassen" angekommen. Dazu gehörte nicht nur die Einkehr in den "Rasthof Verwall", aus dem wir fast nicht mehr herauskamen. Ich hatte Glück, ich war mit dem Autofahren dran. Und das Verwall - Tal mit der in urigen Schluchten und traumhaften Tälern dahinfließenden "Rosanna", St. Anton - Urlauber werden diese sicherlich kennen, ist schon für sich eine Reise wert. Aber auch der Aufstieg zum "Hohen Frassen" verlangte uns eine ganze Menge Kondition ab, doch was gibt es Schöneres, als auf einem Berg zu stehen, zig Kilometer in die Weite zu sehen und sich zu fühlen wie ein Bergsteiger auf dem Mount Everest, obwohl noch gut 6000 m fehlen.

Das nächste Angelhighlight war der Ausflug zum Spullersee. Dieser Stausee liegt in etwa 1850 m Höhe und ist nur mit dem Bus oder dem Auto über eine Mautstrecke zu erreichen. Das Autofahren ist aber nur bis 8:30 Uhr bzw. ab 16:30 Uhr erlaubt. Als Urlauber bekommt man aber einen kostenlosen Busfahrschein, so daß man einmal im Urlaub umsonst diesen herrlichen Tag dort oben genießen kann. Die Fahrt von Lech beträgt etwa 30 Minuten und führt eine atemberaubende schmale Straße hinauf. Die Ufer des Sees sind nur sehr spärlich bewachsen, so fällt die Wahl des Angelplatzes für einen Neuling relativ schwer. Ich sparte mir weite Wege und stellte mich unmittelbar am Parkplatz an einen Einfluß und traf damit eine gute Wahl, wie mir später ein freundlicher Österrreicher zu verstehen gab.
Ich versuchte mein Glück zuerst mit einem grün / messingfarbenen Veltic - Spinner der Größe 0. Es dauerte auch gar nicht lange, da hatte ich 2 maßige Forellen gefangen und einige versiebt. Doch das wars auch schon, die Fische schienen zu lernen, nach etwa 2 Stunden wollte keine mehr auch nur irgendeinen künstlichen Köder. So mußte also die Geheimwaffe ran, "Berkleys Powerbait", ich wollte ja schließlich wenigstens meine 4 erlaubten Forellen fangen, und das klappte dann auch. Topfarbe war, wie fast immer, gelb oder weiß. Doch nicht nur zum Angeln, auch zum Wandern ist es am Spullersee sehr schön, hier konnte ich endlich mal die Murmeltiere nicht nur pfeifen hören, sondern auch in voller Schönheit sehen. Zum Schluß noch ein paar Fakten zum

Spullersee:

		Ort:		Zu erreichen über Lech am Arlberg, oder zu Fuß
                                über Stuben
		Tageskarte:	ATS 350,-
		Fischarten:	Regenbogenforelle, Bachforelle, Seeforelle,
                                Saibling
		Fanglimit:	4 Salmoniden pro Angeltag
		Mindestmaß:	30 cm für Forellen
		
Eine schöne Forelle. Der Spullersee. Forelle im Drill.

Der Arlberg ist aber auch für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung hervorragend geeignet. So bietet sich ein Trip durch die Schweiz an, parallel zur Autobahn von Bregenz in Richtung Tirol erlebt man die einzigartige Natur und Architektur des Nachbarlandes, durchquehrt bekannte Wintersportorte und wenn man das Auto zum "Fluelapass" in etwa 2400 m Höhe hinaufgequält hat, fühlt man sich so richtig wohl.
Ein Besuch ist natürlich auch "Samnaun" wert, ein Gebiet in der Schweiz, welches nur durch Österreich zu erreichen ist und in dem man zollfrei einkaufen kann. Das Super Benzin kostete dort übrigens nur DM 1,39, da lohnten sich die 100 km allemal, um das Auto für die Rückfahrt vollzutanken.

Alles in allem war es wieder einmal ein sehr erlebnisreicher Urlaub, die Pannen blieben irgendwie aus. Es lag wahrscheinlich daran, daß wir bei Eva und Roland wie immer ausgesprochen gut aufgehoben waren und uns Willi in "Willi´s Pilsstüble" in seiner lustigen und gutgelaunten Art des öfteren beköstigte.
So bleibt als Fazit, wir müssen im Sommer wohl noch einmal hin, denn wir haben noch nicht alles gesehen.

© 2000 by Angelheini
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