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Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Reisevorbereitungen
Anreise
Die ersten Angeltage
Uferangeln
Schleppangeln auf Makrelen
Ebbe und Flut, Wind und Wetter
Ausflug nach Bergen
Folgefonna Sommerski
Lachsangeln
Shopping
Rückreise
Schlußwort

So einen Sonnenaufgang
gibt es nur in Norwegen.

Vorwort

Wovon träumt ein Angler eigentlich mehr ?

Mit der Familie in den Urlaub zu fahren, angeln zu können soviel er will, den Fisch seines Lebens zu fangen, die Natur, das Wetter, das Land und all die schönen Sachen zu genießen, die man zu Hause nicht haben kann.

Oder sich ewig nur die tollen Fangergebnisse seiner Angelkollegen anhören zu müssen, die Kistenweise Fischfilets nach Hause schleppen und Fische fangen, die der Länge nach nicht mal in eine Stretchlimousine passen würden.

Dieser Bericht soll keine klugen Ratschläge für eine Norwegenreise geben, kann aber vielleicht bei einer Reiseplanung bestimmte Unannehmlichkeiten verhindern helfen. Es ist ein kleiner Blick in die Gemeinde Kvinnherad und in den Åkrafjord, also wirklich nur ein winziger Teil eines großen und interessanten Landes
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Reisevorbereitungen

So dachten wir dieses Jahr, diese o.g. zu erwartenden Erlebnisse kann man nur im Angelparadies Norwegen haben. Nachdem meine Freundin Auch Frauen können mit 	der Angelrute umgehen. und ich vor 3 Jahren bei unserer ersten Reise in den Süden dieses schönen Landes schon vom Anglerpech verfolgt waren, wollten wir es diesmal aber wissen.

Reisekataloge wurden gewälzt, der Hardangerfjord sollte es sein. Am besten in der Nähe von Jondal, da können wir uns dann im Sommerskigebiet des Folgefonna schon auf den Winterurlaub vorbereiten. Aber wie das Leben so spielt, man hat ja so seine Ansprüche. Das Haus muß direkt am Fjord liegen, ein Boot mit Motor muß dabei sein, ein Fernseher mit Sat - Anlage soll den Kontakt zur Außenwelt herstellen und was man sonst so alles von zu Hause kennt. Zu viel verlangt ?, ... na ja ist eben Ansichtsache.

Da begann auch schon das erste Problem. Unser favorisierter Reiseveranstalter ( Namen sollen hier nur in Notfällen gebraucht werden. ) hatte in Jondals Nähe natürlich kein Haus, das unseren Vorstellungen entsprach. Wir wollten davon aber auch nicht abweichen, also die Blicke in die weitere Umgebung schweifen lassen. Und siehe da, wir wurden fündig. "Perfekte" Ortsbeschreibung im Katalog, das Haus liegt zwischen Matre und Åkra ( Die Entfernung zwischen Matre und Åkra beträgt immerhin etwa 15 km ! ) nur 20m vom fischreichen Åkrafjord entfernt, hat Boot mit Motor und machte auf dem Foto einen sehr guten Eindruck. Nach einer unruhigen Nacht, ob das Haus denn noch zu haben ist, am nächsten Tag der Anruf beim Reiseveranstalter. Alles klar, wir können fahren. Jetzt schnell die Seekarte vom Åkrafjord besorgen und schon die besten Angelstellen raussuchen und in Gedanken die meterlangen Dorsche ( Torsk ), Köhler ( Sei ) und Pollacks ( Lyr ) drillen. Wo liegt eigentlich unser Haus, ich sehe da auf der Seekarte einige Stellen, da geht es schon direkt am Ufer auf über 100 m runter, hoffentlich wohnen wir nicht da. Der Åkrafjord erreicht immerhin Tiefen bis über 650 m.

Da bestand noch das Problem der Überfahrt nach Oslo. Der Anruf bei der Fährlinie ergab nur eine schnippische Aussage, daß die Kataloge für 1999 noch nicht auf dem Markt sind, wir aber schon mal per Fax vorbestellen können. Gesagt getan, Fax hin Fax her und abwarten. Die große Überraschung erfolgte bei der Buchungsbestätigung einige Wochen später. Unsere Rückfahrt muß in einer Innenkabine erfolgen, alle Außenkabinen waren bereits ausgebucht. Der Katalog war doch noch gar nicht draußen, wie kann das bloß sein. Aber bei einem Fährpreis von ca. 1300,- DM für Hin - und Rückreise und 2 Personen und Auto wird das schon trotzdem ganz ordentlich sein, dachten wir.

Jetzt begannen die langen Monate des Wartens. Zuerst zählt man ja die Monate, dann die Wochen, die Tage u.s.w. Es waren noch zwei Monate, der erste Schock. Ein Brand auf der Fähre setzte diese für unbestimmte Zeit außer Betrieb. Der zweite Schock ein paar Tage später, das Sonnenuntergang auf der Fahrt nach Oslo. Schwesterschiff läuft im Oslofjord auf Grund und fällt ebenfalls aus. Notfallfahrpläne werden ausgearbeitet, Fazit -> mit dem Auto ist es einfach zu weit. Es wird schon klappen, also weiter warten. Es sind noch vier Wochen, Anruf bei der Fährlinie, Ergebnis: Fähre wird vielleicht bis zum 1. September wieder flott, wir können aber auch vom Vertrag zurücktreten. Was wohl der Ferienhausvermieter dazu sagen wird ? Noch drei Wochen, die Reiseunterlagen kommen. Zwei Wochen vor der Abreise, das Angelzeug ist längst gepackt - die Kiste wiegt ca. 30 kg - und wir werden langsam nervös. Tägliche Anrufe bei der Fährgesellschaft, Informationen aus dem Internet holen - die deutsche Site ist dabei nicht gerade hilfreich - und keiner weiß was los ist. Zwei Tage noch und die erlösende Meldung, wir dürfen die Jungfernfahrt nach zweimonatiger Reparatur mitmachen. Die Belohnung dafür, eine Außenkabine in der 8-ten Etage und sogar ein Stern mehr als gebucht.

Fazit: Noch besser vorbereiten.
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Anreise

Der große Tage ist da, ob das denn wohl alles in unser Auto paßt ? 45 Minuten packen und ab geht die Post nach Kiel. Die Fahrt mit dem Schiff nach Oslo war schön und ruhig, die ersten NKr bleiben auf dem Schiff, ausgeruht verlassen wir das schwimmende Hochhaus am nächsten Tag und nehmen die ca. 400 km entfernte Fahrt bis zur Fähre nach Skånevik auf. 7 Stunden später und an einigen Sehenswürdigkeiten, wie der Heddal - Stabkirche und dem Langfossen vorbei, Der Langfossen am Aakrafjord. um 65,- NKr Mautgebühr ärmer, stehen wir vor der Fähre in Skånevik, und reihen uns in die Schlange nach Matre als einziges Auto ein. Die Heddal Stabkirche. Kein Fahrplan weit und breit, nur ein paar herumsitzende Jugendliche, eine Tankstelle und Unmengen von Wespen hauchten diesem einheimelnden Platz etwas Leben ein. Das Durchsuchen der Reiseunterlagen brachte leider nur irgendwelche Busfahrpläne zutage, den Fährfahrplan hatten sie wohl vergessen. Telefonate und Broken English ergaben, daß wir "nur" ca. 1,5 Stunden auf die nächste Fähre warten müssen. Die Überfahrt kostete 79,- NKr und dauerte mit Zwischenstop in Utåker etwa 45 Minuten. Noch 15 Minuten Autofahrt und wir waren da. Die freundliche Vermieterin erwartete uns schon, zeigte uns das Haus, das Boot, die Sache mit der Kaution ging auch sehr unkonventionell über die Bühne. 10 Minuten später war sie verschwunden und wir mit unserem Glück allein. Nach ausführlicher Besichtigung des Hauses und der näheren Umgebung stellten wir fest, der Katalog hatte nicht gelogen, herrlicher Fjordblick aus einem der Schlafzimmer, der Küche und dem sehr geräumigen Wohnzimmer und zum Boot war es nur 1 Minute Fußweg. Das Anglerherz in mir schlug so langsam in schwindelerregende Höhen. Aber vor dem Vergnügen erst einmal das Auto entladen und da war es auch schon dunkel.

Fazit: Viel Zeit einplanen und vor allem NKr dabeihaben.
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Die ersten Angeltage

Der lang ersehnte erste Angeltag in Norwegens Åkrafjord ist gekommen, das Wetter ist hervorragend, der Wind nur schwach, die Angelruten sind fertig montiert. Unter dem Gewicht meiner Angelkiste breche ich bald zusammen, aber man kann ja nie wissen, wie groß die Verluste sein werden. Die Ausfahrt führt uns unweit unseres Hauses zu einer Bucht, die Tiefen von 9,5 - 130 m in sehr abwechslungsreichem Untergrund bietet. Leichter Wind erfordert Pilker um die 100 g und es dauert auch nicht lange, da wird der erste Schellfisch ( Hyse ) von etwa 30 cm an die Oberfläche gepumpt. Leider wurden die Fische auch nicht mehr viel größer. Ein Dorsch von 45 cm Länge sollte das Highlight des ersten Angelabschnitts sein. Das sollen nun die große Fänge werden, Zweifel kommt auf. Pilken bringt also nicht die erwarteten Fische, die Angelmethode wird gewechselt. Der einzige in der Fischkiste verbliebene kleine Schellfisch ( Hyse ) dient als Köder. Es dauert nicht sehr lange und es kommen 1 Doggerscharbe Eine große Doggerscharbe. ( Gapeflyndre ), 1 Flunder ( Sandflyndre ), Rotbarsche, Wittlinge ( Hvitting ), Dorsche ( Torsk ), Knurrhähne ( Knurr ) und Lippfische ins Boot. Wo sind denn aber bloß die Großen ??? Die Hitze wird so langsam unerträglich, das Wasser ist inzwischen zum Ententeich geworden, wir machen für heute Schluß.

Fazit des ersten Tages: Wir fangen viele Fische, aber keine Großen. Zeigt das Echolot Fische an, beißen auch welche, zeigt es keine an, ist auch an der Angelrute Ruhe. Auf ebenem weichen Grund beißen die Plattfische, an den steilen Kanten ist eher der Rest der Palette zu finden. Alle Pilker, Bleie und Haken landeten wieder in der Kiste, ich werde am nächsten Tag wohl weniger mitnehmen müssen.

Der zweite Tag brachte ähnliche Ergebnisse, der größte Dorsch war nun schon wenigstens 60 cm lang, die richtigen Knaller ließen sich aber auch heute nicht blicken.

Der dritte Tag erwachte mit Wind und endete mit Regen. Der Fjord verläuft an der Stelle unserer Unterkunft in Ost - West - Richtung und ist damit sehr windanfällig. Das kleine Boot mit seinem 4 PS - Motor ist somit für dieses Gewässer völlig ungeeignet und muß schon ab Windstärke 3 - 4 im Hafen bleiben. Diese Aussichten verhießen also für die kommenden 1 ½ Wochen nichts Gutes. Da selbstverständlich fast die komplette Angelausrüstung mitgenommen wurde, sollte nun die Spinnrute ( Wg. 20 - 40 g, ca. 3 m lang ) für das Uferangeln zum Einsatz kommen.
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Uferangeln

Die Beobachtung der Wasseroberfläche an den windarmen Tagen machte gute Hoffnungen auf den Fang von Makrelen ( Makrell ), vielleicht ja auch von Forellen. Wir wurden nicht enttäuscht. Norwegische Blinker vom Typ Sølvpilen der Firma Sølvkroken mit 14 g Gewicht kamen zum Einsatz. Die Spitzen - Blinker von Soelvkroken. Diese gab es in einem Sportgeschäft in Husnes zu Preisen von 29,- bis 32,- NKr, in Deutschland kann man mit etwa 8,- bis 10,- DM rechnen. Die Makrelen boten an 12`er geflochtener Schnur Der größte Pollack des 	Urlaubs. und 20`er - 25`er Vorfach einen hervorragenden Sport und entschädigten für das schlechte Wetter. Aber nicht nur Makrelen gingen an den Haken, im Mittelwasser und teilweise am Grund standen die ersehnten Großen. Es waren Pollacks, die den schlanken Blinkern nicht wiederstehen konnten. Der größte seiner Art brachte stolze 85 cm auf die Meßlatte. Während die Makrelen eher auf die Farbe Blau / Silber bissen, stürzten sich die Pollacks auch auf Farben Grün / Silber, Grün / Gelb und Rot / Gelb. Der Rot / Gelbe Blinker verschaffte mir auch den einzigen Anbiß einer Forelle, die ich leider nicht landen konnte. Mit Blinkern in 24 g Gewicht und als Pilker geführt, konnten auch Dorsche bis 40 cm verführt werden.

Doch nicht nur Kunstköder können zum Uferangeln verwendet werden. Kleine Dorsche ( Torsk ), Wittlinge ( Hvitting ) und Lippfische sind ganz gierig auf Fischstücke und Garnelen ( Strandreke ).

Den Grund der Arten - und Fischvielfalt erfuhr ich durch das Echolot. In Wurfweite hatte der Fjord eine Kante, die sehr steil von 20 auf 40 m abfiel. Der Fischfinder zeigte gerade dort Unmengen von Fisch an.
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Schleppangeln auf Makrelen

Was macht man an Tagen, die zum Pilken oder Natürköderangeln zu windig, zum Boot fahren aber noch nicht zu gefährlich sind ? Eine Makrele mit einem Rapala geschleppt. Ganz einfach, man nimmt sich die "Uferangel - Spinnrute" einen tieflaufenden Wobbler ohne Beschwerung und schleppt in Ufernähe auf Pollacks und Makrelen, bzw. im freien Wasser auf die großen Makrelen. Die größte Makrele erreichte 45,3 cm und war damit deutlich größer als die vom Ufer aus gefangenen. Die meisten Bisse erfolgten auf einen RAPALA Shad Rap der Farbe SH und 3 - ½ " Länge.

Fazit: Es waren in diesem Jahr wieder nicht die erhofften Riesen, keine Heilbutts ( Kveite ), Lengs ( Lange ), Lumbs ( Brosme ), Seewölfe ( Gråsteinbit ) und Seeteufel ( Breiflabb ). Aber auch die anderen Fische springen einem nicht gerade an den Haken. Ich denke, wer immer noch dem Irrtum erlegen ist, nach Norwegen zu fahren, einen dicken Knüppel mit dicker Schnur ins Wasser zu halten und die Riesen an Land zu ziehen, wird um viel Geld ärmer enttäuscht wieder nach Hause fahren müssen. Nach einigen Blinkerverlusten durch große Pollacks habe ich das Vorfach meiner Spinnrute auf 0,30 mm erhöht und siehe da, die Bisse ließen merklich nach. Auch im Land der Elche, Fjorde, Berge und Gletscher ist nicht alles so wunderbar, wie einem manchmal eingeredet wird. Es gibt viele und große Fische, das ist unbestritten. Wer aber das Gewässer nicht kennt, ohne Seekarte und Echolot sein Glück versucht, wird nur durch Zufall den Fisch seines Lebens landen können und sich nur an vielen kleinen Fischen ergötzen können. Manchmal erwartet man auch nur zuviel und scheitert im Endeffekt wieder an seiner eigenen Unfähigkeit.

Urteil: Es hat trotzdem Spaß gemacht.
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Ebbe und Flut, Wind und Wetter

Über die Fangaussichten von Ebbe und Flut in den Fjorden Norwegens wurde viel geschrieben. Ich habe sie immer noch nicht verstanden. Der Åkrafjord hatte zu dieser Zeit einen Tidenhub von 50 - 80 cm. Am schlechtesten bissen die Fische, bei höchstem Wasserstand. Die größten Pollacks fing ich bei westlichen Winden und niedrigem Wasser, Makrelen eher bei hohem und ruhigem Wasser. Die anderen Fische bissen bei auflaufendem Wasser bis kurz vor dem Hochwasser ganz gut, hörten dann aber schlagartig auf. Der Ostwind schien allen Fischen nicht sonderlich zu behagen. Eine Lehre wurde wieder einmal bekräftigt: "Unterschätze das Wetter in der Fjord - und Berglandschaft Norwegens nicht. Wenn Du das schlechte Wetter siehst, ist es bereits meistens zu spät."

Fazit: Ich suche immer noch Informationen zur Tide in Norwegens Fjorden.
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Ausflug nach Bergen

In einer Entfernung von etwa 130 Autokilometern, oder 2 ½ Autostunden, von Åkra liegt Bergen, bekannt als regenreichste Stadt Europas. Wir hatten das Glück, diese bei herrlichem Sonnenschein und nur leichtem Wind zu erleben. Empfehlenswert ist die Besichtigung der Stadt vom "Hausberg", der mit einer Standseilbahn erklommen wird und einen sehr guten Blick über Bergen und seine Umgebung bietet. Spaß im Kramladen. Selbstverständlich gibt es dort für die Touristen lustige Andenken. Auf dem Fischmarkt kann man sich dann mal seine Traumfische ansehen. Von lebenden Dorschen über Lachse und Seeteufel findet man fast alles, was das Anglerherz begehrt. Sollte man von den Fischen immer noch nicht genug haben, lohnt ein Besuch im Aquarium. Dort tummeln sich so alle Arten, die man ganz gern mal an der Angel gehabt hätte. Ob der Eintritt von 75,- NKr pro Person gerechtfertigt ist, sollte jeder für sich entscheiden. Ein Tip zum Parken: Die meisten Parkplätze in Bergen erlauben nur eine Parkdauer von 2 Stunden bei einem Preis von 15,- NKr pro Stunde. Auf dem Parkplatz in der Nähe des Aquariums kann man 9 Stunden stehen, muß aber zur City 5 Minuten länger laufen, als von den anderen Parkplätzen. Diese 9 Stunden sind für einen Tagesausflug völlig ausreichend.

Fazit: Es war ziemlich anstrengend, der Berufsverkehr hält locker mit dem einer Großstadt mit.

Urteil: Es war schön.
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Folgefonna Sommerski

Ein Grund für die Reise in die Gemeinde Kvinnherad war ja die Nähe zu einem der größten Gletscher Norwegens, dem Folgefonna. Die Fahrt von Åkra mußte natürlich wieder gut geplant sein. Die Fähre von Løfallstrand ( 4 km von Rosendal und ca. 50 Autominuten von Åkra entfernt ) nach Gjermundshamn legte 7:50 Uhr ab und kostete 88,- NKr. Um die Fähre in Jondal um 9:30 Uhr zu erreichen, mußten wir uns ganz schön beeilen. Wir haben es natürlich nicht geschafft, nahmen die nächste um 10:10 Uhr, bezahlten 69,- NKr und Folgefonna Sommerski. landeten schließlich um 10:30 Uhr in Jondal. Jetzt nur noch die läppischen 20 km bis zum Fuß des Gletschers, ein kleiner Zwischenstop kostete noch einmal 50,- NKr und um 11:00 Uhr war es dann geschafft.

Ein eisiger Wind blies uns in 1400 m Höhe um die Nase und die Leute fuhren tatsächlich mitten im Sommer Ski. So, nun schnell den Skipass gekauft ( 200,- NKr pro Person und Tageskarte, 160,- NKr ab 13:00 Uhr ), die Ski angeschnallt und ran an den einzigen Schlepplift. Doch, oh weh was war denn dass ? Unter unseren Skiern glitzerte das blanke Eis, links und rechts des Schleppers wieder Eis mit mehr oder weniger großen Spalten und ziemlich weit weg die Piste. Es gab nur eine Hoffnung, bloß nicht hinfallen. Endlich oben angekommen ging es in die Schräglage und die weiche Piste hinunter. Nach 200 m Vollbremsung, wieder Eis. Jetzt wurde es aber spannend, da mußte man rüber, die Freude sank so langsam unter den Nullpunkt. Trotzdem, wer kann schon von sich behaupten, mit Skiern auf blauem Eis gestanden zu haben, unter denen das Wasser in Strömen den Berg hinab läuft. Wieder auf Schnee angekommen, macht ein vorbildlicher deutscher Tourist selbstverständlich auch Fotos, das glaubt einem ja sonst sowieso keiner. Da ertönten auch schon Pfiffe und Rufe, wir sollten doch mal von der Piste verschwinden und am Rand lang fahren. Was war passiert ? Heute trainiert hier die norwegische Jugend ihren Abfahrtslauf. Oder war es ein Wettkampf ? Keine Ahnung, wir haben den Rest der Piste absolviert, schnallen die Skier ab, deren Belag aussieht, als wenn wir über Schotter gefahren sind, schmeißen den ganzen Plunder ins Auto und rauschen wieder bergab.

Fazit: Der Ausflug kostete für meine Freundin und mich ca. 800,- NKr.

Urteil: Skier umsonst eingepackt.
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Lachsangeln

Ein Highlight unserer Gebietserkundung war ein Park in der Nähe von Ænes, in einer Entfernung von etwa 1½ Stunden von Åkra. Dort sollte man fast mit Garantie zu Lachsen kommen, so versprach es wenigstens die Rückseite einer Broschüre über Kvinnherad, die wir auch in deutscher Sprache auf der Fähre von Løfallstrand nach Gjermundshamn fanden. Wir stellten uns schon vor, wie der Lachs in unserem Räucheroffen goldbraun garen und uns später außerordentlich gut schmecken würde. Im September öffnet dieser Park nur Sonntags um 12:00 Uhr und schließt um 17:00 Uhr, das paßte uns wirklich gut, da der Oststurm an diesem Tag eine gute Stärke 7 erreichte.

Die Vorbereitungen begannen, die Flugrute samt Schnur und Fliegen überprüft, die Blinker und Spinner sortiert und für alle Fälle noch ein paar Posen, Haken und als Köder die wohlschmeckenden Reker eingepackt. Die Fahrt verlief reibungslos, diesmal ging es ja auch mal ohne Fähre. In Ænes angekommen, waren wir nicht die ersten mit der Erwartung auf den großen Lachs. Einige Autos standen schon da, auffälligerweise alle mit deutschem Kennzeichen, so viele hatten wir die ganze Woche noch nicht gesehen.

Wo war denn der See bloß ?

Pünktlich um 12:00 Uhr öffnete ein Jugendlicher das Tor und erklärte den Gästen die Modalitäten auf englisch, die aber scheinbar nicht alles verstanden. Jedenfalls mußte alles private Angelzeug im Auto bleiben, es gab schließlich Leihgeräte , also alle Vorbereitungen umsonst. 25,- NKr pro Person Eintritt, man kann ja schließlich nicht nur angeln, sondern auch ein Lachsaquarium und diverse Tiere Aenes Laksepark. besichtigen und schließlich auch am Kiosk einkaufen. Die Massen strömten hinein, wir waren immer noch unschlüssig. Wieder an die Eingangsluke und noch einmal nachgefragt, was ist denn nun mit den Lachsen ? Die eindeutige Antwort: 75,- NKr pro Kilo !!! Aha, darin war also der günstige Eintrittspreis begründet. Ich fragte wieder: "Pro Fisch oder pro Kilo ?", vielleicht kann man ja handeln. Antwort: "Pro Kilo !". Jetzt wollten wir es wissen und "schlichen" uns um das Gelände und beobachteten die eifrigen Angler, die alle um einengerade drillenden Petrijünger herumstanden. Wir trauten unseren Augen nicht, der Teich war ja nicht viel größer als ein Swimmingpool,( Achtung dieses Bild ist eine Fotomontage !!! Der Teich ist aber wirklich echt. ) da hätte ich ja die Flugschnur kürzen müssen. 30 Sekunden Drill, dann gab es was mit der Keule auf den Kopf. Schnell nachgerechnet: Von der Eröffnung bis zum ersten "Totschlag" vergingen ca. 20 Minuten, der Lachs wog vielleicht 3 Kg. Ausgabe in dieser Zeit etwa 260,- NKr, das kann ja ein teurer Tag werden. Ein paar Fotos, ins Auto und schnell wieder zu unserem Ferienhaus.

Fazit: Diesmal haben wir das Geld gespart, denn es gab frischen Lachs schon für 59,- NKr im Supermarkt.

Urteil: Zeitverschwendung.
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Shopping

Wir sind nun mal Großstädter, das merkten wir wieder einmal, wenn einem so das Gefühl überkommt, ein paar Geschäfte zu besuchen, in denen es vielleicht etwas gibt, was man hierzulande nicht bekommt. Dazu gehört auch Angelzeug, mein Bestand an Sølvpilen - Blinkern war nämlich schon ziemlich geschrumpft. Da war sie wieder, die Kvinnherad - Broschüre, die uns ja schon den ein oder anderen Tip ( z.B. Lachsangeln ) bescherte. Schnell durchgeschaut, Rosendal ist ja so das nächste in einer ¾ Stunde Entfernung, hingefahren und zum Shoppen für zu klein befunden.

Sehr empfehlenswert ist das Einkaufszentrum in Husnes. Dort kann man alles kaufen, was man braucht oder nicht braucht. Parkplätze sind reichlich vorhanden. Die Gegend ringsherum ist ebenfalls eine Reise wert.

Fazit: Wer auch in seinem Norwegenurlaub gern shoppt, sollte entweder in den Süden des Landes oder in die Nähe einer Großstadt fahren.

Urteil: Geht so.
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Rückreise

Jeder Urlaub hat ein Ende, zwei erlebnisreiche Wochen lagen hinter uns. Die Abreise mußte leider einen Tag früher erfolgen, da wir es durch die Fährfahrt von Matre nach Skånevik nicht rechtzeitig zur Fähre nach Oslo geschafft hätten. Letztlich war es nicht so schlimm, da es die ganze Zeit auf der Fahrt von Skånevik nach Oslo wie aus Kannen schüttete. In Oslo wird man schon unterkommen, dachten wir wieder in unserem jugendlichen Leichtsinn und stürzten uns in die City und waren vom Schilder -, Einbahnstraßen - und Verkehrschaos sogar als Großstädter völlig überrascht. Die Suche nach einem Hotel brachte uns an den Rand einer Familienkrise, die aber nach etwa einer Stunde abgewandt werden konnte. Ein Bett fanden wir im Rica Carlton Hotel in der Nähe des Fährhafens. Es war schön, nicht gerade billig aber nach 9 Stunden Reise ist man froh, überhaupt irgendwo schlafen zu können.

Den nächsten Vormittag verbrachten wir bis zur Überfahrt nach Kiel im Hafengebiet von Aker Brygge. Dieses architektonisch sehr interessante Gebiet sollte man bei einem Oslobesuch unbedingt einplanen.

Die Rückfahrt mit der Fähre war nicht nur wegen der Innenkabine weniger schön. Meine Freundin sagte: "Ich komme mir vor wie im U-Boot !". Der Kattegat heizte sogar der großen Fähre mächtig ein, so daß ich froh war, daß wir gegen 3:00 Uhr morgens die dänischen Inseln erreicht hatten und der Rest der Fahrt ziemlich ruhig verlief. Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen sich im Sturm und mitten in der Nacht auf das Oberdeck begeben, um die schöne Aussicht zu genießen. Ich fand sie jedenfalls "toll" ;-) .

Fazit: Stadtplan für Oslo mit eingezeichneten Einbahnstraßen besorgen und die Strecke vor der Fahrt auswählen.

Urteil: Bis auf den Verkehr in Oslo und die wackelige Fähre, top.
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Schlußwort

Einen Urlaub in Norwegen sollte man gut planen, man darf auch nicht die Augen davor verschließen, daß er sehr teuer ist. Eventuelle Fragen sollten unbedingt vorher mit dem Reiseveranstalter abgeklärt werden, damit keine unnötigen Mehrausgaben entstehen. Diverse Reiseführer zu lesen ist auf jeden Fall nicht verkehrt, aber auch diese sind mit Vorsicht zu genießen.

Auch Dorsche gab es von Land. Hier ein Beispiel: Bei einem Ausflug vor drei Jahren zum bekannten Preikestolen in der Nähe von Stavanger lasen wir in einem der Reiseführer über Südnorwegen, daß der Weg vom Parkplatz zur Felskanzel 2 Stunden leichten Fußmarsches sein soll. Überzeugen Sie sich bitte vom Gegenteil, es lohnt sich. Außer Atem und mit zerschrammten Händen und Beinen war es für mich ein nachhaltiges Erlebnis.

Dieser Beitrag behandelt natürlich nur unsere Erlebnisse von 1999, Schlußfolgerungen und Verallgemeinerungen sollten hier auf keinen Fall abgeleitet werden. Vielleicht haben Sie ja ähnliches erlebt und irgendwo veröffentlicht, dann würde ich mich über eine Mail an Karsten Räth freuen. Sollte ich irgend jemandem zu nahe getreten sein, entschuldige ich mich an dieser Stelle.

Eines muß man immer bedenken, wenn man in ein anderes Land fährt. Man ist dort nur Gast und sollte sich den Gepflogenheiten anpassen und deren Sitten akzeptieren. Also, lassen Sie sich nicht zu sehr das Geld aus der Tasche ziehen, vergleichen lohnt sich auch in Norwegen. MeckernSie nicht über die Mautgebühren, schließlich wollen Sie ja auch mit dem Auto überall hin.

In diesem Sinne: "Auf Wiedersehen in Norwegen !".
Petri Heil ! Ihr Karsten Räth.
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© 1999 by Karsten Räth ( www.angelheini.de )
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