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Autor: Angelheini, 19. November 2001

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1. Tag, Donnerstag, 15.November 2001

Die Klamotten sind gepackt und werden gleich morgens ins Auto geladen, noch einen halben Tag arbeiten und dann kanns losgehen.
13:00 Uhr ist es endlich soweit, rauf auf die Autobahn und nach knapp 4 Stunden Fahrt überquere ich die Brücke nach Fehmarn, die für PKW mit Anhänger und leere LKW heute wegen Sturm gesperrt wurde. Ich werde selbst ganz schön durchgeschüttelt und brauche für die Überfahrt die ganze Straßenbreite.
Untergekommen sind wir im "Haus Grashof" in Dänschendorf, ein ideales Gelände für größere Gruppen und vor allen Dingen sehr anglerfreundlich betreut durch Familie Willer.
Während Frank für den nächsten Tag seine Vorfächer vorbereitete, wollten Klaus und Jürgen schon mal ein Probeangeln am Strand von Niobe machen, bei 7-8 Windstärken aus Nordwest, die in Böen eine 9 erreichte, wohl eher ein waghalsiges Unterfangen. Und siehe da, nachdem die erste Rute kaputt gegangen ist, weil der Rutenständer dem Wind nicht trotzen konnte und umfiel, zogen sie wie auch eine ganze Menge weiterer Angler zum Strand nach Presen um.
Frank und ich besuchten die beiden dann zu späterer Stunde und wir trauten unseren Augen kaum, es fehlten mindestens 10 - 15 Meter Wasser, ich wußte gar nicht, durch welch riesige Steine ich in Presen bisher meine Dorsche durchgezerrt hatte. Leider konnte ich dieses Bild nicht auf einem Film festhalten, da ich meinen Fotoapparat lieber im trockenen Auto gelassen hatte, denn es regnete nun auch noch. Die Fänge der beiden waren auch nicht berauschend, jeder hatte 3 Dorsche und furchtbar nasse Klamotten.

Die Berliner Mannschaft. (42 kbyte) Die gelosten Sektoren wurden erstmal ausdiskutiert. (58 kbyte) Eröffnung durch Thomas Fischer. (51 kbyte)

2.Tag, Freitag, 16. November 2001

So langsam steigt die Nervosität, auch wir Angler können ja vor solch einem Großereignis mal ein wenig aufgeregt sein, oder ?
Als ich die Jaulousie unseres Zimmers öffnete, traute ich meinen Augen nicht, strahlend blauer Himmel und Wind, der seinem Namen keine Ehre machte, nicht mal die Bäume bewegten sich, das waren ja wirklich gute Aussichten für einen erfolgreichen Angeltag.
12:00 Uhr Treffpunkt im Südstrandhotel, Thomas Fischer begrüßte alle Anglerinnen und Angler recht herzlich und gab die heute zu beangelnden Sektoren bekannt:
Püttsee, Bojendorf, Westermarkelsdorf links und rechts und Altenteil für die ca. 150 Männer und Niobe für die etwa 30 Frauen. Und wie es nicht anders zu erwarten war, "durfte" ich nach Westermarkelsdorf rechts, an einen Strand, an den ich keine guten Erinnerungen (wenig Fisch) habe.
15:00 Uhr Treffpunkt Parkplatz und wieder ein ungewohntes Bild, das Wasser war wieder da und nicht einfach nur da, sondern so hoch, daß der bekannte Poller nur noch mit seinem Kopf aus dem Wasser schaute, das hatte ich auch noch nie gesehen. Ansonsten kaum Wind und relativ ruhiges Wasser, dachte ich jedenfalls, denn als ich mein 200 Gramm Blei das erste Mal ins Wasser beförderte, war es Sekunden später auf Nachbars Platz. Na das geht ja gut los, 220 Gramm ran, das gleiche Spiel, 210 Gramm Kralle ran, das gleiche, da im Wasser auch diese keinen Halt fand. Mir wurde schon ganz mulmig, eine Rute legte ich in ca. 40 Meter Entfernung vom Ufer aus und bekam auch gleich einen Biß, bei der anderen hoffte ich einfach, daß ich meinen Nachbarn nicht in die Quere kam.
Angelbeginn war um 16:30 Uhr, bis 19:30 Uhr hatte ich gut zu tun, 2 maßige und 4 untermaßige Dorsche und etliche weitere Bisse, die ich nicht bekam, hielten mich ständig auf Trab. Nach 2 Stunden lief das Wasser wieder weg und so weit weg, daß ich von meinem Beach Buddy zum Wasser bestimmt 15 Meter zurücklegen mußte, ich weiß nicht wieviele Kilometer ich da so an diesem Abend geschafft habe. Danach war bei mir einfach Schluß, ich konnte machen was ich wollte, es ließ sich einfach kein Fisch mehr sehen. So beendete ich das Angeln auch etwas enttäuscht um 21:30 Uhr als 19. in meinem Sektor, hoch waren hier 9 Fische, insgesamt also nicht gerade berauschend.
An den anderen Stränden wurde deutlich besser gefangen, als bei uns, aber so ist es nun mal, Glück gehört eben auch dazu. Nach dem Angeln tauschten wir noch unsere Erfahrungen aus und lagen dann schon relativ schnell im Bett, Kraft tanken für den nächsten Tag.

Kaum noch zu sehen, der Poller in Westermarkelsdorf (62 kbyte) Auch der Strand stand unter Wasser. (44 kbyte) Der Parkplatz in Süssau. (53 kbyte)

3.Tag, Samstag, 17. November 2001

Zeitplan wie am Freitag, 8:00 Uhr aufstehen, ordentlich frühstücken, Angelzeug sortieren, Vorfächer erneuern und eine Abordnung zu Südstrandhotel schicken, wo die heutigen Strände bekanntgegeben wurden.
Wieder eine Überraschung, heute sollten wir alle von der Insel runter, damit auch die "Privatangler" mal eine Chance haben, auf Fehmarn ein paar Fische zu fangen So ging es dann an die Ostküste, Sütel für die Frauen und Ostermade, Kraksdorf, Süssau, Rosenfelde und Dahme für die Männer. Ich sollte in Süssau angeln, ein mir völlig unbekannter Strand, also an der Tankstelle erst einmal eine Landkarte gekauft und ohne Mittagessen ins Auto geschwungen und zum Wasser gedüst. Das Wetter war heute nicht so doll, einen halben Tag Regen, aber pünktlich zum Angelbeginn lugte tatsächlich die Sonne aus den dicken Wolken.
Und da war es - mein Wetter - Wind im Rücken, aalglatte See, keine Strömung und ... wahrscheinlich auch keine Fische. Die ersten Testwürfe brachten gute Weiten von knapp 150 Metern zustande, die geflochtene Schnur machte es möglich und dann gings los, das Warten auf den ersten Fisch, das Warten und Warten und ...
Nach 2 Stunden die ersten verzweifelten Anrufe von Rainer und Andreas, ob denn irgendetwas ginge, sie seien schon ganz verzweifelt, aber außer einem verhauenen Biss war bei mir auch noch nichts Nennenswertes zu berichten.
Ich machte mir langsam über die Fehlbisse, auch des gestrigen Tages, ernste Gedanken. Ich befürchtete, daß die Fische durch die geflochtene Schnur zu schnell Widerstand spürten und deshalb den Köder wieder losließen. Rainer gab mir den Tip, die Schnur doch einfach durchhängen zu lassen, das tat ich dann auch und siehe da, der nächste Biß saß und brachte einen maßigen Dorsch ans Ufer. So war es genau umgekehrt zum Freitag, ab 18:30 Uhr fing es bei mir an zu beißen, aber nur auf der Rute, deren Köder jenseits der 140 - Marke lag. Unterhalb dieser Entfernung tat sich aber auch reinweg gar nichts und dann passierte auch das Gegenteil zum Freitag, je später der Abend, desto weiter die Würfe, ich hatte mich wohl auf die "Geflochtene" so langsam eingeschossen und muß sagen, daß diese Angelei so richtig Laune macht. Man kann weiter werfen, kann den Gewässergrund viel besser damit "abklopfen", sieht die Bisse besser und hat ein richtig gutes Feeling zum Fisch, das alles entgeht einem mit monofiler Schnur. Ich machte dann 5 Wattis auf den Haken, damit wenigstens die Hälfte ankommt und die kleinsten Perlen, die ich mithatte, auf die sehr langen und dünnen Nachläufer - Mundschnüre.
Regelmäßig kamen an diesem Abend die Bisse, 4 maßige und 3 untermaßige Dorsche, sowie 2 gute, die ich unterwegs verloren habe, entschädigten für das schlechte Ergebnis vom Freitag. In meinem Sektor landete ich das drittbeste Ergebnis, fast die Hälfte aller Anglerinnen und Angler gingen an diesem Abend leer aus, leider auch zwei aus unserem Team. Der Abend endete auch dieses Mal bei MCD in Burg, wo ich mit Norman, auch er fing 4 maßige Dorsche in seinem Sektor in Dahme, das Mittagessen nachholte. Aufgekratzt fuhren wir nach Dänschendorf zurück, wo schon die anderen, teils deprimiert, teils enttäuscht auf uns warteten. Viel Anglerlatain konnten wir nicht mehr austauschen, da es einfach nichts zu berichten gab.

Spiegelglatte See, das verheißt ein schwieriges Angeln zu werden. (41 kbyte) Am nächsten Tag werden die Klamotten getrocknet. (77 kbyte) Fast wie am Starnd ;) (81 kbyte)

4.Tag, Sonntag, 18. November 2001

Der Sonntag empfing uns von seiner schönsten Seite, Sonnenschein pur, so daß wir unsere Sachen trocken und gereinigt wieder in den Autos verstauen konnten. Die paar Fische wurden noch vor dem Frühstück sauber gemacht, dann ging es zur Auswertung zum letzten Mal zum Südstrand.
Freude und "Leid" lagen wie immer ziemlich dicht zusammen, die "Platzhirsche" aus Hamburg und Schleswig Holstein waren an diesem Wochenende einfach die besseren Angler. Unser Berliner Team verlor den 3. Platz vom Freitag noch an Sachsen und "gewann" nur den "Holzpokal". Mir hat es trotzdem riesigen Spaß gemacht, ein Wochenende, daß sich nur um das Angeln drehte, hat man ja auch nicht alle Tage. Unsere Truppe war klasse drauf, die Veranstalter haben ein gut organisiertes und straffes Programm durchgezogen und für mich war es mal schön, mit der "Prominenz" aus dem hohen Norden, die ich bisher nur von Bildern und aus der Presse kannte, an einem Strand zu sitzen und zu merken, daß alle nur mit Wattwürmern und im gleichen Wasser angeln.
Es gab aber auch Ausnahmen und das waren die, die an beiden Tagen bei den relativ schwierigen Bedingungen die meisten Fische fingen.

3. Platz - Sachsen. (44 kbyte) 2. Platz - Hamburg. (42 kbyte) 1. Platz - Schleswig Holstein. (40 kbyte)

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