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Autor: Stefan Lindau, Referent Meeresangeln DAV LV Berlin e.V.
Datum: 11. Dezember 2000

Die Berliner Brandungstage waren auch in diesem Jahr wieder eine gelungene und sehr schöne Veranstaltung des LV Berlin DAV, obwohl die Angler diesmal mit unerwarteten Tücken zu kämpfen hatten.

Im Laufe des Freitagvormittag erreichten 28 Brandungsangler Neuhaus auf dem Fischereiland Dars. Aufgrund der wunderbaren Lage des "Hotel an de See”, das sich direkt an der Düne befindet, nutzten viele Angler die Möglichkeit, ihre Familienangehörigen mitzubringen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde der Strand abgesteckt und die Zwei-Mann-Teams und deren Angelplätze wurden ausgelost.

Wie es bei uns Tradition geworden ist, haben wir den Strand und die Dünen von dem dort befindlichen Unrat gereinigt.

Gegen 15.30 Uhr begaben wir uns zu den eigentlich geplanten Angelplätzen. Wir hatten gerade die Zelte und die Rutenhalter aufgestellt, als plötzlich diverse Baufahrzeuge auf uns zu rollten und von Seeseite aus Schleppkähne auftauchten. Der Häuptling dieser Baukolonne teilte uns mit, dass an dieser Stelle vor vier Jahren ein zwei Kilometer langes Rohr versenkt worden war und ausgerechnet an diesem Freitagabend, wo jeder normale Handwerker den Hammer fallen läßt, der ideale Zeitpunkt wäre, das Rohr aus dem Wasser zu schleppen. Ich war völlig sprachlos. Die Vorschläge meiner Leute differierten zwischen "Nach Hause fahren” und "Baggerfahrer lynchen”. Nachdem wir verhindern konnten, dass einer unserer Angler einen Bauarbeiter von seinem Bagger zog, probierte ich genauere Informationen über die Lage des Rohres zu bekommen. Obwohl die gleiche Baukolonne das Rohr damals versenkt hatte, wußte keiner irgendetwas und wir beschlossen, zwei Kilometer westwärts zu wandern. Der Start wurde um eine Stunde verschoben. Pünktlich mit dem Anpfiff sorgte ein sechsstündiger Dauerregen dann so richtig für gute Laune.

Der Rückweg zum Hotel wurde dann zur Odyssee. Da das Rohr einen Durchmesser von 1,5 Metern hatte, in der Mitte des Strandes lag und sehr glitschig war, mußten wir unsere Karren durch den tiefen Sand zwischen Rohr und Düne ziehen. Da die Räder bei der Tiefe des Sandes nicht mehr faßten, pflügten wir den Strand auf einer Länge von zwei Kilometern um. Nach dem ersten Kilometer weigerten sich einige Sportsfreunde, weiter zu laufen. Ich erklärte ihnen, dass Angeln ein Sport, und nichts für Weicheier sei und es erreichten nach einer guten Stunde alle das Hotel. Erstaunlich war, dass unsere Rentnertruppe die Strecke am lockersten bewältigte. An diesem Abend beschloß ich, zukünftig zwanzig Kilo Angelgepäck weniger aufzuladen.

Nach dem gemeinsamen Nachtmahl verschwanden alle sehr schnell in ihren Betten.

Der zweite Tag entschädigte uns mit blauem Himmel, Sonnenschein und einer recht warmen Nacht mit klarem Sternenhimmel. Das Rohr war unterdessen getrocknet, so dass wir bequem hinüber steigen und direkt vor dem Hotel angeln konnten. Über den Gewaltmarsch vom Vortag haben wir unterdessen herzhaft gelacht.

Folgende Teams fischten am erfolgreichsten:

1. Alexander Schöne / Detlev Plucinski	Platzziffer 2, 593 Punkte
2. Karsten Räth / Hans-Werner Räth	Platzziffer 3, 833 Punkte
3. Lutz Marquard / Torsten Fischer	Platzziffer 4, 827 Punkte
	

Alexander Schöne (Fischers Fritze) und Frank Dörschel (Angelhaus Spandau), die auch in diesem Jahr wieder anwesend waren, stifteten für den größten Fisch und unser beliebtes Dorschlotto hochwertige Pilkruten - Der Veranstalter dankt.

Beim gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen merkte man einigen Leuten an, dass dieses Wochenende mal wieder viel zu kurz war. Ich bin mir sicher, dass die Teilnehmerzahlen im Jahr 2001 aufgrund der besonderen Atmosphäre noch übertroffen werden. Die Brandungstage 2001 finden vom 26. - 28.10.2001 statt. Wir würden uns übrigens auch über Teilnehmer freuen, die nicht dem DAV Berlin angeschlossen sind. Wer Interesse hat, möge sich bitte beim LV Berlin melden.

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